Jahreszahlen
Quelle:Das
Heimatbuch von Hattingen
ungefähr273 n.Chr.
evtl. Gründungsdatum zur Zeit der alemannischen Landnahme.(Hattingen:
Siedlung des Hatto)
973 n. Chr.
Erste urkundliche Erwähnung.Allen Anschein nach erfolgte in diesem Jahr die Schenkung
Hattingens dem Kloster Reichenau 1
1212 n. Chr.
Erste urkundliche Erwähnung der Pfarrkirche Hattingen.Der Turm der Kirche
scheint noch aus dieser Zeit zu stammen. Älter ist der Altarraum der Kirche,
der bis in die gotische Zeit zurückreicht.
1220 n. Chr.
Seit diesem Jahr ist in den Urkunden die Rede von der Pfarrei
Hattingen.Die Kirchenpatrone Theopont und Synesius weisen mit einiger
Sicherheit darauf hin, dass die Pfarrei Hattingen eine Gründung des
Chorherrenstiftes Radolfzell ist oder doch zumindest enge Bindungen zu diesem
Chorherrenstift hatte.
1291 n. Chr.
Rudolf von Hewen (Höwen), in dessen Herrschaftsbereich auch Hattingen
lag, erklärt sich zum Lehensmann von ÖsterreichDurch militärische
Verpflichtungen und ihren erhöhten Lebensstandard geriet das Geschlecht derer
von Hewen in drückende Geldschulden. (siehe 1398)
1398 n. Chr.
Brüder Peter und Wölflin von Hewen verpfänden die ganze Herrschaft
Hewen um 288.000 Rheinische Gulden an Herzog Leopold von Österreich.Österreich
war durchaus gewillt, die Pfandschaft wieder herauszugeben, aber die Freiherren
von Hewen brachten nie die Mittel dafür auf. Deshalb versetzte das Haus
Habsburg die Herrschaft Hewen als Lehen von Österreich zuerst an Türing von
Ramstein, im Jahre 1404 an den Stühlinger Landgrafen Hans von Lupfen.
um ca.1400 n. Chr.
Wohl Fortzug aller Ortsadligen. Das Obervogteiamt in Engen übernimmt
die Orts- und Gerichtsherrschaft. Die ehemaligen Vögte benennen sich weiter
nach Hattingen.
1404 n. Chr.
Das Haus Habsburg versetzte die Herrschaft Hewen als Lehen an Hans von
Lupfen.
1552 n. Chr.
Die Herrschaft Hewen besaß auf Hattinger Gemarkung 8000 Jauchert an
Feldern und Wiesen.
1607 n. Chr.
Aus diesem Jahr stammt die heutige Pfarrkirche (Erweiterung der früheren).
Der Turm und der Altarraum sind älter. Der Hochalter dürfte auf das Jahr
1627-1630 zurückzuführen sein. Erbauung des heutigen Pfarrhauses.
1623 n. Chr.
Pfarrei Hattingen erhält einen Kaplan.Nach dem Verschwinden des
Leutpriesters durch den Wegzug der Nonnen war es für den Hattinger Pfarrer eine
große Belastung, den Gottesdienst auch in der Wallfahrtskirche Brunnen zu
versehen. Ein Kaplan mußte her, der schließlich auch bewilligt wurde.
1639 n. Chr.
Maximilian Graf von Fürstenberg (Landgraf der Baar) erbt nach dem
Hinscheiden des Stühlinger Landgrafen die Herrschaften Stühlingen und Hewen.
1651 n. Chr.
Die fürstbischöfliche Regierung in Konstanz verlangte von allen
Pfarrherren des Bistums, das sie sich der Förderung des Schulwesens annehmen:
"Es mögen sich die Pfarrer darum bemühen, dass in den Städten und größeren
Dörfern deutsche Schulen errichtet, und wo solche schon bestehen, sie mit
geeigneten und gottesfürchtigen Männern besetzt werden". Da dies für die
Pfarrherren mit Pflichten verbunden war und auch viele Eltern die Notwendigkeit
eines Schulbesuches nicht einsahen, wurde Schulbildung eher stiefmütterlich
behandelt.
1746 n. Chr.
Das Fürstlich-Fürstenbergisches Schuldekret erteilte den
Gemeindeoberhäuptern, den Ortsvögten, Anweisung über die Durchführung der
Schulpflicht.
1755 n. Chr. bis 1765 n. Chr.
Streitigkeiten über Einzug des Pfarrzehnten: Die Kirche durfte nur den
halben Zehnt an Fruchtgarben beanspruchen, der andere Teil stand der Herrschaft
zu. Die Zehntknechte der Pfarrgemeinde waren flinker, daher befürchtete die
Herrschaft, übervorteilt zu werden. Daher wurde die Anordnung erlassen, dass
der Zehnte vom herrschaftlichen Vogt einzuziehen sei.
1774 n. Chr.
In Flugschriften und Vorträgen wurden die Bauern aufgefordert,
Obstbäume zu setzen. Die Pflanzen wurden kostenlos abgegeben. 1774 schließlich
wurden die Landstraßen von und nach Hattingen mit Äpfel und Birnenbäumen
bepflanzt.
1775. n. Chr.
Die neue Zehntscheuer wurde errichtet. Es war die Aufgabe des
Zehntknechtes, die Zehntgarben auf den Feldern einzusammeln. 1783 n. Chr. In
einem bischöflichen Dekret wurden viele Feiertage abgeschafft. Die Bürger
Hattingens waren jedoch dagegen und versuchten diesen Entschluss im Jahr 1784
mit einer Unterschriftensammlung zu verhindern.
1820 n. Chr.
Ende 1820öffnete Pfarrer Knittel einen der zwölf Grabhügel im Gutenbühl
teilweise.
1838 n. Chr. - 1842 n. Chr.
Der Zehnte wurde abgelöst, da diese Art der Besteuerung nicht mehr
zeitgemäß und eine große Belastung für die Landwirte war. Dafür mussten die
Gemeinden jedoch Ablösungssummen zahlen. 1843 wurde die nun nicht mehr
notwendige Zehntscheuer an die politische Gemeinde Hattingen verkauft.
1860 n. Chr.
Im Zuge des Eisenbahnbaus von Offenburg nach Konstanz (Schwarzwaldbahn)
begannen 1860 die Vorbereitungen für den Bau des 900 Meter langen Hattinger
Tunnels. Die Teilstrecke von Engen nach Donaueschingen konnte 1868 dem
öffentlichen Verkehr übergeben werden.
1863 n. Chr.
Gründung eines Schützenvereins. Vereinszweck laut Satzung: Ausbildung
und Vervollkommnung im Gebrauch der Schußwaffen zur Steigerung der Wehrkraft
und zur Mitwirkung der Schützen an der Verteidigung des Vaterlandes.
1879 n. Chr.
Nach urkundlicher Überlieferung wurde in diesem Jahr die Post zweimal
täglich ausgetragen, und zwar um 9.30 und um 16.30.
1907 n. Chr.
Noch in diesem Jahr soll ein Eisenschwert aus einem alemannischen
Plattengrab in einem Hattinger Wirtshaus aufbewahrt worden sein.
1914 n. Chr.
Die Vertreter von 22 Gemeinden verfaßten in Liptingen eine Resolution,
die sich für den Bau einer Bahnlinie von Hattingen nach Schwackenreute
durchsetzte. Das Projekt verlief im Sande, auch wegen dem Ausbruch des Ersten
Weltkrieges.
1922 n. Chr.
Gründung des Radfahrvereins Edelweiß Hattingen.
1924 n. Chr.
Gründung des Musikvereins Hattingen.
ab 1939 n. Chr.
Renovierung und Verbreiterung des Hattinger Tunnels.
1957 n. Chr.
Hattingen feiert das 350-jährige Jubiläum der Pfarrkirche.
1960 n. Chr.
Gründung des Narrenvereins Hattingen.
1962 n. Chr.
Gründung des Hattinger Sportvereins (HSV)
1972 n. Chr.
Das Heimatbuch von Hattingen wird vollendet.
Hattingen - Politische, kirchliche und gesellschaftliche Entwicklung bis 1973.
Hattingen ist wesentlich älter als 1200 Jahre. Aller Wahrscheinlichkeit nach
wurde Hattingen von den Alemannen (Alamannen) zur Zeit der Alemannischen
Landnahme in den Jahren um oder nach 273 gegründet.Diese Vermutung stützt sich
auf den Namen Hattingen, was so viel bedeutet wie Siedlung des Hatto.
Besonderheit: Dadurch, dass die Hohe Gerichtsbarkeit und die Ortsherrschaft in
einer Hand lagen, kam es zu Erscheinungen, die in anderen Ortschaften nur
selten feststellbar sind. Im frühen und im Hochmittelalter war Hattingen eine
Vogtei.